Der Schäfer- und Inselteich in Frauenhain prägen die Dorflandschaft von Frauenhain. Sie sind jedoch kein Bestandteil eines Naturschutzgebietes. In den vergangenen Jahren hat sich der Zustand beider Teiche deutlich verschlechtert. Der Schäferteich ist seit längerer Zeit trocken, die Schilf- und Gehölzbestände haben sich entsprechend ausgebreitet. Am Inselteich wurden verschiedene Maßnahmen zur Wiederherstellung seiner Funktion ergriffen, bislang jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
Im Jahr 2025 unternahm die Gemeinde einen neuen Anlauf zur Klärung der Situation. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unterstützten dieses Anliegen durch eine Unterschriftenaktion.
Im Juni 2025 lud die Gemeindeverwaltung zu einem offenen Gespräch mit Fachbehörden ein, um die Lage zu bewerten sowie mögliche Perspektiven für das Areal zu diskutieren. Unter anderem nahmen Mitarbeiter der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, der Unteren Wasserbehörde und der Naturschutzbehörde teil.
Dabei wurde festgestellt, dass der Wasserstand beider Teiche seit etwa 2015 kontinuierlich gesunken ist. Ab den Jahren 2020/2021 war der Schäferteich vollständig trocken. Der Inselteich weist nur noch temporär eine sehr geringe Wassermenge auf. Diese Entwicklung lässt sich auch anhand von Luftbildaufnahmen verschiedener Jahre nachvollziehen.
Als erste Maßnahme zur besseren Bewertung der Lage wurde die Wassermenge des Zuflusses Neugraben über einen längeren Zeitraum beobachtet. Der Neugraben entspringt im Quellgebiet des Naturschutzgebietes Radener Runze. Die Wasserführung der dortigen Gewässer steht in direktem Zusammenhang mit den Grundwasserständen. In den vergangenen Jahren führten Niederschlagsdefizite nahezu flächendeckend zu sehr niedrigen Grundwasserständen.
Im Zeitraum von Juli 2025 bis Februar 2026 wurde im Neugraben bei Frauenhain kein nennenswerter Wasserfluss festgestellt, sodass in dieser Zeit kein Zufluss zu Inselteich und Schäferteich erfolgte. Aufgrund der anhaltenden klimatischen Veränderungen und sinkender Grundwasserstände ist auch künftig nicht mit einer kontinuierlichen Wasserversorgung der Teiche zu rechnen.
Eine mögliche Nutzung von Wasser aus der Großen Röder, beispielsweise durch eine Umleitung ab Raden über den Neugraben in die Teiche, wurde ebenfalls diskutiert. Da jedoch auch die Große Röder von sinkenden Wassermengen betroffen ist, würde eine solche Maßnahme zu einem zusätzlichen, nicht vertretbaren Wasserverlust führen.
Für die Zukunft ist daher gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zu überlegen, wie die ehemaligen Teichflächen sinnvoll genutzt, renaturiert oder anderweitig aufgewertet werden können.
Röderaue, 07.04.2026, Pierre Räder, Bauamt der Gemeinde Röderaue